Aktuelle Studien in der Rheumatologie

Aktuell führen wir schwerpunktmäßig klinische Studien zur rheumatoiden Arthritis, Psoriasisarthritis („Schuppenflechtearthritis“), ankylosierenden Spondylitis (Morbus Bechterew) und zum systemischen Lupus erythematodes (SLE) durch. Entsprechend den entscheidenden therapeutische Innovationen der letzten Jahre werden in den Studien v.a. Biologika, Biosimilar und small molecules untersucht.

 

  • „Biologika“: Unter dem Oberbegriff „Biologika“ wird eine Gruppe biotechnologisch hergestellter, aus lebenden Zellkulturen gewonnener Eiweiße zusammengefasst, die durch Hemmung verschiedener entzündungsfördernde Substanzen (z.B. TNF , IL-6, IL-12, IL-23, IL-17) oder Zelloberflächenmoleküle (z.B. CD20) gezielt in die Mechanismen der Krankheitsentstehung eingreifen.

  • „Biosimilars“: Biotechnologisch hergestellte Nachahmerprodukte der „Biologika“, die nach Ablauf der Patentzeit des Originalwirkstoffs zugelassen werden und etwas kostengünstiger sind als das Original. Da biotechnologisch erzeugte Wirkstoffe - anders als klassische Generika mit einer definierten Molekülstruktur - nicht völlig identisch mit dem Original sind, erfordert ihre Zulassung erneut die Durchführung aufwendiger Studien.

  • small molecules: „Small molecules“ sind eine neuartige Gruppe von Arzneistoffen, die seit kurzem in der Therapie rheumatologischer Erkrankungen eingesetzt werden. Ähnlich wie die Biologika / Biosimilars greifen auch sie in die Mechanismen der Krankheitsentstehung ein. Anders als diese hemmen sie aber nicht gezielt einzelne entzündungsfördernde Substanzen außerhalb der Zellen, sondern blockieren das von ihnen ausgesendete Signal intrazellulär. Eigentliches „Angriffsziel“ sind bestimmte Enzyme (sog. Kinasen), die ein solches Signal quasi als „Bote“ in die Zelle weiterleiten und damit für dessen Umsetzung sorgen. Durch Blockade dieser Kinasen wird der intrazelluläre Übertragungsweg gehemmt und die entzündungsfördernde Substanz kann seine Wirkung nicht mehr erzielen.