Station 6022: Tagesklinik

Die "interdisziplinäre rheumatologisch-immunologische Tagesklinik" ist eine gemeinsame Einrichtung der Klinik für Nephrologie und Rheumatologie (Direktor: Prof. Dr. Gerhard A. Müller) und der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie (Direktor: Prof. Dr. Michael P. Schön).

Hautärzte und Rheumatologen der UMG arbeiten in der Tagesklinik bei der Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen eng zusammen, die rheumatologische oder (auto)immunologische Ursachen haben.

Insbesondere für Patienten mit frühen rheumatischen Erkrankungen ist die teilstationäre Aufnahme sinnvoll, da die notwendige apparative Diagnostik tageweise durchgeführt werden kann und dem Patienten keine Wartezeiten oder unnötige Arbeitsausfälle entstehen. Mit der Etablierung der rheumatologischen Tagesklinik ist eine schnellere Diagnosestellung rheumatischer Erkrankungen ermöglicht worden. Da insbesondere im Falle der rheumatoiden Arthritis eine frühzeitige zielgerichtete Therapie die Chancen auf eine Remission signifikant erhöht bzw. im Verlauf ein deutlich besseres Therapieansprechen erreicht werden kann, hat diese Einrichtung im Hinblick auf die oft inadäquat langen ambulanten Wartezeiten zu einer deutlich verbesserten Versorgung rheumatisch erkrankter Patienten geführt. Der durchschnittliche teilstationäre Aufenthalt dauert 5 Tage. Neben der laborchemischen / immunologischen und apparativen Diagnostik werden alle Patienten täglich physio- bzw. ergotherapeutisch behandelt. Zusätzlich wird ein Konzept für die Anschlussbehandlung erstellt. Am 5. Tag des teilstationären Aufenthaltes wird mit dem Patienten eine ausführliches Gespräch über die erhobenen Befunde, die Diagnose sowie alle Therapiemöglichkeiten geführt. In gemeinsamem Einverständnis wird die Therapie dann bereits initiiert. Im Anschluss werden die Patienten in der Ambulanz des Hauses verlaufskontrolliert. Für solche Patienten, welche eine intravenöse antirheumatische Therapie mit sogenannten „Biologika“ benötigen, bietet die rheumatologische Tagesklinik die Möglichkeit, diese an nur 1 Tag durchzuführen. Eine optimale Überwachung ist gewährleistet und es entstehen weder Wartezeiten auf die jeweiligen Infusionen, noch besteht die Notwendigkeit einer stationären Übernachtung. Insbesondere wenn eine Infusionstherapie alle 4 Wochen indiziert ist, bringt dieses Vorgehen eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität für die Patienten mit sich. Ein weiterer Vorteil der tagesstationären Infusionsbehandlung liegt in der Minimierung des Risikos für die Entwicklung nosokomialer Infektionen. Die Klinik für Nephrologie und Rheumatologie bietet facharztgeführte Sprechstunden für Patienten mit Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis an 4 Tagen der Woche an. Zuweisungen erfolgen aus dem weiteren Umfeld des Universitätsklinikums, von behandelnden Hausärzten, Internisten oder Orthopäden. Mit Hilfe des tagesklinischen Konzepts, ergänzt durch die ambulante Nachbetreuung der Patienten ist es uns gelungen, die Erfordernisse einer „modernen Rheumatologie“ erfolgreich umzusetzen. Die Anzahl der früh bzw. sehr früh diagnostizierten Fälle der rheumatoiden Arthritis ist signifikant gesteigert worden. Das im Fachgebiet Rheumatologie zentrale Ziel einer frühest möglichen Diagnosestellung sowie spezifischen Therapieeinleitung, welche, so denn umgesetzt einen fundamentalen Fortschritt in der Behandlung der einst chronisch-destruktiv verlaufenden rheumatoiden Arthritis bedeutet, setzt neben erfahrenen rheumatologischen Fachärzten eine gute Kooperation mit den Abteilungen der bildgebenden Diagnostik voraus. In unserem Hause besteht enger Kontakt zu den Kollegen der Abteilung für diagnostische Radiologie. In regelmäßig stattfindenden gemeinsamen Röntgenbesprechungen werden bereits diskrete morphologische Veränderung am Bewegungsapparat mit der Anamnese der Patienten korreliert. Die sich dabei ergebende Diskussion steigert die Qualität der Befundinterpretation nochmals merklich. In der Diagnostik von Autoimmunkrankheiten sind zudem valide und reproduzierbare Bestimmungen definierter Autoantikörper unabdingbar. Das rheumatologisch-immunologische Labor ist Bestandteil der Abteilung für Rheumatologie und Nephrologie. Wir verfügen über mehrere, zum Teil sehr erfahrene Mitarbeiter, welche für die Auswertung und Interpretation der dort erhobenen Befunde verantwortlich sind. Alle Resultate werden von einem medizinisch tätigen Kollegen geprüft und schließlich freigegeben. Unser rheumatologisch-immunologisches Labor wird regelmäßig zertifiziert. Im weiteren konnten wir im Rahmen des Aufbaus der Tagesklinik eine Sozialarbeiterin gewinnen, die sich mit den Belangen der rheumatisch erkrankten Patienten im Speziellen auseinandersetzt. Dadurch können Rehabilitationsmassnahmen erfolgreich beantragt werden und es erfolgt eine professionellen Beratung über Pflegestufen, Verbesserung der Versorgung im häuslichen Umfeld und Beratung bezüglich der Erhaltung der Arbeitskraft. Die Beschäftigung der Sozialarbeiterin ist insbesondere im Hinblick auf die Kooperation mit der Balzerborn-Klinik in Bad Sooden-Allendorf von großem Wert. Die Rehabilitationsbehandlung ist in der Rheumatologie ein entscheidender Faktor zum Erhalt der Eigenversorgung und Erhalt der Arbeitskraft. Durch den gemeinsamen Zugriff auf die Krankenakten des Patienten wird unnötige Diagnostik vermieden und die Versorgungsqualität optimiert. Die hohe Qualität des Leistungsspektrums der Tagesklinik wird durch ein interdisziplinäres Team aus Rheumatologen, Dermatologen, Fachärzten für physikalische Medizin, Physiotherapeuten, einem Ergotherapeuten und Gesundheitspflegerinnen / -en gewährleistet.

Behandlungsschwerpunkte

In der Tagesklinik werden insbesondere Patienten mit folgenden Erkrankungen des Bewegungsapparates und der Haut aufgenommen:

  • Rheumatoide Arthritis (RA)

  • Psoriasisarthritis (PsA)

  • Reaktive Arthritis, Lyme Arthritis

  • Spondylarthropathien (M. Bechterew)

  • Kollagenosen (u.a.SLE, systemische Sklerose, inflammatorische Myopathien)

  • Systemische Vaskulitiden

Frau Simone von Einem

Herr Martin Steinmetz

Tel.: 0551-39-13792

Frau A. Tamutane

Dr. med. P. Korsten
Oberarzt 6022
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